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Interview – Medical Sports Network 03.12 « Caroline Steffen’s Blog

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Interview – Medical Sports Network 03.12

Harte Kämpferin mit sanfter Seite

Caroline Steffen ist eine Schweizer Triathletin, mehrfache Ironman-Siegerin und amtierende Triathlon-Europameisterin auf der Langdistanz. In 09:12:13 siegte sie 2011 beim Ironman Frankfurt und strebt in diesem Jahr die Titelverteidigung an. Im Vorfeld des diesjährigen Rennens sprach medicalsportsnetwork mit der 33-jährigen Athletin, die mittlerweile in Queensland, Australien lebt.

Frau Steffen, wie sieht es mit einer Titelverteidigung beim diesjährigen Ironman germany in Frankfurt aus?
Ich bin gut in die neue Saison gestartet, das hat mir sehr viel Selbstvertrauen und auch Motivation für das zweite Drittel der Saison gegeben. Ich freue mich schon jetzt auf den Ironman in Frankfurt und werde alles geben, um meinen Titel verteidigen zu können.

Was macht die Veranstaltung in Frankfurt so besonders?
Die ganze Atmosphäre am Wettkampftag und die vielen Leute am Streckenrand sind schon etwas ganz Spezielles. Ich bestreite Rennen in der gesamten Welt, doch an Frankfurt kommt fast keines ran. Dazu kommt noch, dass ich die Radstrecke besonders mag. Die Straßen sind jeweils komplett für die Athleten gesperrt, was schon etwas Einzigartiges ist. Die Strecke ist abwechslungsreich, technisch und hat auch ein paar saftige Steigungen, das mag ich.

Ursprünglich kamen Sie aus dem Schwimmsport, wie und warum wurden Sie Triathletin? Stimmt es, dass die Liebe dabei nicht ganz unbeteiligt war?
Ich kam über eine Adventure Race in den Triathlon. Zuerst war ich Amateurin, dann habe ich mir die Profilizenz geholt, aber nebenbei immer noch 70 % gearbeitet. 2009 habe ich dann meinen Partner David Dellow kennen gelernt und er hat mir das wirkliche Leben als Profisportler gezeigt und gelehrt. Ich kündigte meinen Job und bin nach Australien zu David gezogen. Ohne ihn hätte ich diesen riskanten Schritt wohl eher nicht gewagt.

Neben dem Schwimmen ist das Radfahren Ihre Königsdisziplin. Beim Ironman Melbourne im März dieses Jahres haben Sie einen neuen Weltrekord auf der 180 km langen Radstrecke aufgestellt. 2008 nahmen Sie sogar an der Tour de France teil. Wie kam es dazu?
Ich war 2007 – 2008 Mitglied einer professionellen Damen-Radmannschaft. Bin Kriterien, Straßenrennen und ein paar Rundfahrten gefahren. Unter anderem eben auch die „Grande Boucle Féminine“ (Tour de France der Frauen). Es war eine spannende Zeit und ich konnte viel davon profitieren, doch so richtig wohl fühlte ich mich nicht im Radsport.

Wie sieht ihr typisches Training in der Vorbereitung aus? Ihr Trainer Brett Sutton ist einer der erfolgreichsten Triathlon-Trainer überhaupt, jedoch hat er den Ruf, nicht gerade zimperlich zu sein.
Naja, das stimmt schon, Brett hat seine eigene Trainingsphilosophie und Ideen von Coaching. Mit ihm zusammenzuarbeiten ist perfekt für mich, er weiß genau, wie hoch er mich pushen kann und wann er mal die Bremse ziehen muss. Ein typisches Training gibt es eigentlich nicht, unser Training ist sehr abwechslungsreich und man weiß nie so genau, was auf einem zukommt. Es kann schon mal sein, dass wir einen Marathon auf der Bahn laufen oder ein 10km-Schwimmtraining vor dem Frühstück schwimmen. Letztes Jahr ließ uns Brett einmal an einen Wettkampf mit dem Fahrrad fahren. Hin und zurück waren es 600 km, in der Mitte starteten wir an einem Halb Ironman.

Kam es bei Ihnen auch schon zu Verletzungen? Wie sind Sie damit umgegangen und welche Rolle spielt Nahrungsergänzung bei Ihnen?
Im Januar 2011 erlitt ich eine Fußverletzung, als ich eine längere Laufeinheit in alten Laufschuhen und auf schlechtem Gelände gelaufen bin. Einige dachten, ja klar, sie wird von Brett Sutton trainiert, da ist es nur eine Frage der Zeit, wann sie sich verletzt. Er hatte aber damit nichts zu tun. Brett persönlich mag es nicht, wenn ich im Gelände laufe, doch ich meinte, es besser zu wissen und habe mein Lehrgeld bezahlt. Nahrungsergänzungen und Vitamine spielen eine ganz große Rolle und sind in meinem täglichen Ernährungsplan eingebaut.

Unterscheidet sich die medizinische und therapeutische Versorgung in Australien von der in Europa?
Bei uns an der Sunshine Coast gibt es Ärzte wie Sand am Meer. Da findest du immer einen Spezialisten für das „Problemchen“, das dich gerade plagt. Ich persönlich kann meine Arztbesuche zum Glück an einer Hand abzählen.

Wie kamen Sie eigentlich zu Ihrem Spitznamen „Xena“?
Diesen Namen hat mir mein Coach Brett gegeben. Er beschreibt mich als Kämpferin, als extrem harte Gegnerin, die einen starken Willen hat und immer bis zum Letzten kämpft, die aber auch eine sehr feminine, sanfte Seite hat.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Titelverteidigung!

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